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CDU Veranstaltung

Zum Thema „Älter werden in Frankfurt“ sprach am Dienstag, dem 29. Juni, Frau Prof. Dr. Birkenfeld, Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Recht, in der Budge-Stiftung. Eingeladen hatten zu dieser Veranstaltung die Ortsbeiräte der CDU Bergen-Enkheim, Fechenheim, Riederwald und Seckbach.

Herr Graff begrüßte die anwesenden Stadtverordneten und Gäste, und bedankte sich für die Organisation bei Frau Gällweiler, vom Sekretariat der Geschäftsleitung, und bei Herrn Krick, stellvertretender Geschäftsführer, für die Gastfreundschaft u. a. für Getränke und belegte Brötchen.

Von rechts nach links, Frau Busold, CDU Seckbach, Herr Ebisch, CDU Fechenheim, Herr Graff, CDU Bergen-Enkheim, Frau Dr. Birkenfeld, Herr Krick, Leiter des Betreuten Wohnens in der Budge-Stiftung, stellvertretend für den Geschäftsführer, Heinz Rauber und  Frau Meister, CDU Riederwald.

Frau Prof. Dr. Birkenfeld betonte zu Beginn, dass die Budge-Stiftung eines der attraktivsten Heime in Frankfurt ist und nach ihrer Vorstellung die Ideen umsetzt, die sie für notwendig hält, wie z. B. stadtteilorientiert geöffnet.
Im vergangenen Jahr hat Frau Prof. Dr. Birkenfeld den letzten Bericht zur partizipativen Altersplanung vorgelegt. Wie sie selbst sagte, ist dieser fünfte Bericht eine Zusammenfassung der vorhergehenden vier Berichte und dient als Diskussionsgrundlage für den Dialog mit den Bürgern. Dieser fünfte Bericht enthält 137 Handlungsempfehlungen, die ebenso von Politik und Verwaltung umgesetzt werden müssen. Frau Birkenfeld betonte, dass es sich um eine Querschnittsaufgabe handelt, die alle etwas angeht.
Wir erfuhren außerdem, dass Frankfurt auf Grund seiner Großstadtsituation nicht so schnell altert wie andere Städte. Ältere Menschen zieht es zurück in die Stadt aufgrund der vorhandenen Infrastruktur. Bis 2025 brauchen wir 1/3 mehr ambulante und stationäre Angebote, so Frau Birkenfeld. Auch die Aufklärungsarbeit für den Pflegeberuf wurde angesprochen.
Nach dem Einführungsvortrag gab es eine lebhafte Diskussion mit vielen Fragen und Vorschlägen der „betroffenen Senioren“, an denen auch Bewohner der Stiftung teilnahmen.

 

 

Jüdisches Leben in Wetzlar

Der Name Budge hat einen guten Klang, wenn auch über die Jahrhunderte hinweg in unterschiedlicher Schreibform. Ein gewisser Jakob Buttge bekleidete im 18ten Jahrhundert das Amt eines „Juden-Beisasses“ in Wetzlar. Auch sein Sohn Salomon Butgen war ehrenamtlich als urkundlich belegter Vertreter der Juden Wetzlars wohl ebenfalls eine bedeutende Persönlichkeit. Ab 1811 führte er den Namen Buttge-Wetzlar; er starb als Salomon Budge. Ein geachteter Bürger, der auch im aufkommenden Eisenbahnwesen sich betätigte, wie sein Urenkel Heinrich Budge. 1840 in Frankfurt geboren, machte er als Henry Budge in den USA Karriere im Eisenbahnwesen und den Namen seiner mittelhessischen Familie weit über Deutschland hinaus bekannt. Seine Wurzeln hat er wohl nie vergessen. So kehrte er in seinen späten Jahren mit seiner Frau Emma nach Frankfurt zurück. Sie gründeten in der alten Heimat viele gemeinnützige Stiftungen.

So ließen es sich  einige Bewohner der heutigen Henry und Emma Budge-Stiftung nicht nehmen, als kleine Delegation nach Wetzlar zu fahren, um bei der feierlichen Vorstellung des Gedenkbuches "Die jüdischen Familien in Wetzlar" am 24. Juni 2010 in der Domstadt dabei zu sein. Eva Fröhlich, Bewohnerin der Stiftung, saß dabei hinter der Autorin Susanne Meinl, die ihren Begleitband "Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Wetzlar 1918 bis zu ihrem Ende" in einer bewegenden Ansprache vorstellte. Ihr zur Seite und direkt vor Mitbewohnerin Anni Bober nahm Oberbürgermeister Wolfram Dette Platz, der das umfangreiche Werk in seiner Ansprache würdigte. Mitbewohner Heinz Hesdörffer schließlich saß direkt hinter dem ehemaligen israelischen Botschafter Avi Primor, der eigens für diese Feier nach Wetzlar anreiste und ihr einen diplomatisch-optimistischen und sehr herzlichen Glanz vor den rund 200 Anwesenden im Stadthaus neben dem altehrwürdigen Dom verlieh. Dass auch die kleine „Budge-Delegation“ eigens für diesen Anlaß nach Wetzlar kam, um den wohlklingenden Namen Budge in Wetzlar zu vertreten, betonte in seiner Begrüssung Bernd Lindenthal vom Vorstand des Wetzlarer Geschichtsvereins, Herausgeber der beiden Bänder im Mittelpunkt der Feier.

Die Henry und Emma Budge-Stiftung ist einzigartig als Heim für Juden und Christen, die nach der Vision der Budges ihren Lebensabend zusammen verbringen. So kamen die drei rüstigen Herrschaften aus der Budge-Stiftung in Begleitung der Seelsorger Pfarrerin Gisa Reuschenberg und Rabbiner Andrew Steiman. Ebenfalls dabei war Jutta Gällweiler, Assistentin der Stiftungsleitung, und Schwester Dana, Pflegefachkraft und zugleich „Rebbetzn“ (Ehefrau des Rabbiners). Ohne Zweifel wäre auch Stiftungsleiter Heinz Rauber gerne dabei gewesen: wie einst Henry Budge, führt sein Weg von Wetzlar nach Frankfurt. Von dieser Stelle aus an ihn die besten Genesungswünsche der kleinen „Budge Delegation“, die ganz nebenher auch einen gelungenen Ausflug bei strahlendem Sonnenschein an diesem Sommernachmittag hatte. Es war ein Ausflug in die Vergangenheit, die gerade im 20ten Jahrhundert in die Dunkelheit führte – zugleich ein Blick in eine Zukunft, in der die jüdischen Familien Wetzlars, darunter die Familie Budge, ihr würdiges Andenken finden können. Der Anfang dazu ist jedenfalls gemacht, wozu den beiden Autorinnen Susanne Meinl und Doris Ebertz, mitsamt ihrem inzwischen verstorbenen Mann und Mit-Autor Walter, unser aller Dank gebührt.

Text: Andrew Steiman
  


 

 

Vernissage zum Fotowettbewerb

Am Sonntag, dem 27. Juni war es endlich soweit. Holger Friedrich, der als Kunstpädagoge in der Stiftung tätig ist, gleichzeitig der Jury angehörte, begrüßte Bewohner und Gäste im Paul-Arnsberg-Saal zur Siegerehrung.

Das Thema des öffentlichen Fotowettbewerbes „In aller Stille“ erschien als sehr interessante Herausforderung für Fotografen, denn nur so ließ es sich erklären, dass 89 Fotos, mehr als erwartet, eingesandt wurden, sagte Herr Ralf G. Keil, vom Foto Club Weilburg/ Limburg, der die Organisation inne hatte.

Holger Friedrich, rechts am Pult.

Es gab 81 Siegerbilder, davon konnten 37 Fotos auf der Galerie in der zweiten Etage der Stiftung bewundert werden. Neun davon hingen als Überraschung zum Schluss im Raum der Stille.
Die 9 Siegerbilder die bereits im Raum der Stille hängen sind: Thomas Reimer, „Kreuz im Gegenlicht“, Hannelore Schneider, „Meilenstein“, Doris Eckert, „Schmerz“, Rudolf Bartl, „Jüdischer Friedhof  Worms“, Ralf G. Keil, „Stille der Stelen“, Felicitas und Ralf G. Keil, „Mann auf Bank“, Alfred Appel, „Abschied“, Franz Raab, „In Gedenken“ und Dr. Michael Frieser, „Jüdischer Friedhof“ (Steine)
Ein Trostpreis wurde verliehen an Friedrich Pfaff, ein zweiter und dritter Sonderpreis ging an Heinz Pflug und Dr. Lothar Stübner.

Konzert am Sonntag

Im Monat Juni haben wir mit Anni Bober und Susanne Apelt zwei Geburtstagskinder, die ihren Freudentag mit den Bewohnern des Hauses feierten.

Anni Bober, die Vorsitzende des Bewohnerbeirates  (Betreutes Wohnen), wurde in diesem Monat 95 Jahre alt und nahm dies zum Anlass, ihre Mitbewohner am Sonntag, dem 13. Juni zu einem musikalischen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen um 15.00 Uhr im Paul-Arnsberg-Saal einzuladen. Für die musikalische Gestaltung des Nachmittages sorgte der Sohn von Frau Bober, der in den vergangenen Jahren zu den unterschiedlichsten Anlässen in der Henry und Emma Budge-Stiftung auftrat.

Susanne Apelt wurde in diesem Monat 92 Jahre alt. Ihr Sohn und hre Schwiegertochter sind seit Jahren im Mandolinenorchester Neuenhain engagiert und luden anlässlich des Geburtstages von Frau Apelt, alle Bewohner zu einem Konzert des Mandolinenorchesters Neuenhain am Sonntag, dem 27. Juni um 15.30 Uhr im Paul-Arnsberg-Saal ein.



 

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Konzert zur Kaffeestunde - Rückblick

Am Mittwoch, dem 23. Juni, begeisterten Simone Garnier (Gesang) und Brigitte Hertel (Klavier) die Bewohner im Paul-Arnsberg-Saal mit ihrem Konzert. Frau Ritz, vom Sozialen Dienst des Pflegeheimes, stellte die Damen vor und begrüßte die Bewohner.  Viele Bewohner kamen aus dem Pflegeheim mit ihren Betreuern. Frau Ritz, die Simone Garnier schon aus der Kindheit kennt, bereitete uns auf eine wunderbare Vorstellung vor. Das war nicht zu viel versprochen.

Brigitte Hertel (Klavier), erhielt bereits mit sechs Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Die vielseitige Künstlerin studierte Schulmusik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Es folgte ein Diplomstudiengang Chorleitung am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz. Seit vielen Jahren arbeitet sie mit Simone Garnier.

Auf dem Programm standen Lieder von Johanna Kinkel, Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart. Nach der Pause, mit einer kleinen Erfrischung, folgten Arien von George Bizet, Guiseppe Verdi und Gioachino Rossini.

Simone Garnier (Gesang), erhielt ihre Ausbildung am Dr. Hoch`s Konservatorium in Frankfurt, an der Opernschule Kaltbeitzer-Hirsch in Mainz und an der Scuola del Belcanto Appiani in Oberursel.2004 erhielt sie den ersten Preis und den Publikumspreis beim Wettbewerb in der Alten Oper Frankfurt.

Kleine Anekdoten erzählte Brigitte Hertel zwischen den Musikstücken. Johanna Kinkel, die Komponistin, wurde wie Schumann 1810 geboren, rettete ihren zweiten Mann aus dem Gefängnis, (wie bei der Oper Fidelio), und emigrierte mit ihm nach London.
Zu Johann Sebastian Bachs – aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach - „Willst Du Dein Herz mir schenken“ hatte sie folgende Anmerkung: Anna Magdalena Bach war die zweite Ehefrau von Bach. Sie selbst war eine sehr gute Sängerin, da sie ihrem Mann aber zwölf Kinder schenkte, hatte sie keine Zeit, ihre eigene Karriere zu verfolgen, vielleicht wäre sie mit ihrem Talent eine berühmte Sängerin oder gar Komponistin geworden.

Rückblick Sommerfest

 

Sommerfest im Juni 2010
Am Sonntag, dem 20. Juni, war Petrus wieder gut gelaunt und bescherte uns zum Sommerfest keinen Regen. Das war gut so, denn die Terrasse war voll besetzt mit Gästen und Bewohnern, auch im Café und im Foyer saßen alle bei Erdbeerkuchen und Kaffee, später dann bei Würstchen mit Kartoffelsalat. Auf der Terrasse durfte der Waffelstand wieder viele Abnehmer finden. Frau Ritz, vom Sozialen Dienst des Pflegeheimes und Herr Dietrich, Sozialdienst Betreutes Wohnen, führten durch das Programm.

Das Seniorenorchester Frankfurt spielte Evergreens zum Mitsingen, die Solistin, Frau Vallura, wurde sofort wieder an ihrer Stimme erkannt und gelobt. Im Vordergrund sehen wir eine Figur aus Luftballons von unserem Zauberer, Bewohner der Stiftung, Herr Maca

Die Familie Schütz aus Hungen/ Bellersheim  war mit ihrer Pferdekutsche und zwei Ponys gekommen. Unsere Bewohner, und mögen sie auch schon 95 Jahre alt sein, so wie Frau Bruchfeld, fahren immer wieder gerne mit der Kutsche. Da werden Kindheitserinnerungen wach.

 

 

Die Tanzgruppe „Bavaria Griesheim“  war zum Vergnügen aller wieder dabei und führten  ihren Holzhackertanz auf der Terrasse vor, denn einige Holzsplitter flogen durch die Gegend. Frau Ritz tanzte, wie vor zwei Jahren versprochen, im Dirndl mit Karlheinz Bohrmann.
Der Kleintierzuchtverein Sachsenhausen hatte seine besonders hübsch gezüchteten Hühner dabei, mit einem drei Wochen alten Küken. Alt und Jung werden fachmännisch von den Züchtern informiert. Die Kleinsten durften eines der Hähnchen streicheln.

 

WM in der Stiftung

Beim Spiel Deutschland gegen Serbien trafen sich die Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter der Henry und Emma Budge-Stiftung und konnten die wohl bisher schlechteste Schiedsrichterleistung der WM 2010 sehen.  Hatten sie sich mit guter Laune, Fahnen und im Deutschlandtrikot in der Kapelle auf ein schönes Spiel gefreut, pfiff der spanische Schiedsrichter einen völlig überzogenen Platzverweis gegen die Deutsche Mannschaft.


Die übrigen zehn deutschen Spieler kämpften wie die „Löwen“ und spielten so noch einige gute Chancen raus, was dazu beitrug, dass trotz fehlendem Ausgleich die Stimmung bei den Zuschauern ausgezeichnet war!

 

Besuch im Städel Museum

Der Ausflug der Bewohner am 17. Juni führte in die Ausstellung: Ernst Ludwig Kirchner „Die Retrospektive“. Wir waren eine recht große Gruppe mit 15 Bewohnern und 6 Begleitpersonen, die sich für diese Ausstellung interessiert hatten. „Diese Ausstellung hat sich wirklich gelohnt“ meldeten die Bewohner der Budge-Stiftung bei  einem  späten Mittagessen in der Gaststätte Wagner in Sachsenhausen gab.

„Ich staune über die Kraft meiner Bilder im Städel“, schrieb Kirchner am 21. Dezember 1925 in sein Tagebuch. Kirchners Beziehung  zum  Städel und zu Frankfurt waren eng. Das  Städel  zählt etliche seiner Werke zu seinem Bestand. Nach nunmehr 30 Jahren werden 180 seiner Werke gezeigt. Der Kurator der Ausstellung ist Dr. Felix Krämer.

Der Expressionist Kirchner,( 1880 in Aschaffenburg geboren), Maler, Grafiker und Bildhauer zählte zum Gründungsmitglied der Gruppe „Brücke Maler“.  Neu an dieser Gruppe, dazu gehörte auch Karl Schmidt-Rottluff, Fritz Bleyl, Erich Heckel, Max Pechstein, Emil Nolde und Otto Mueller, war, dass  sie alle zusammen in einem Atelier malten, und zum Teil auch lebten. Ihre Modelle waren keine bezahlten Aktmodelle, sondern aus dem Rotlichtmilieu bzw. Kinder.  Dies  brachte Kirchner, wie auch seine schwierige und unberechenbare Art keine neuen Freunde. Dennoch hat er Zeit seines Lebens seine Bilder gut verkauft. Er starb 1938 durch Selbstmord.

Leider konnte im Museum selbst keine Aufnahme gemacht werden, so sehen wir hier die Damen vor Plakaten von Ernst Ludwig Kirchner.

 

95. Geburtstag

Frau Anni Bober wurde am Sonntag, dem 13. Juni, 95. Jahre alt. Der Festsaal der Stiftung war voll besetzt mit Familie, Freunden und Mitarbeitern der Stiftung.  Das Geburtstagskind hatte sich Musik von ihrem Sohn Dany Bober  gewünscht und dieser begann,  mit zwei weiteren Musikanten,  den 121 Psalm, den er selbst vertont hatte, zu singen. 
Rabbiner Steiman trug aus dem Buch Salomon das Lied der tüchtigen Frau vor, die er in Anni Bober sieht.

Frau Anni Bober inmitten von Gratulanten. Links im Bild, ihr Sohn Dany Bober.

Frau Bober war am 1. Februar 1997 zusammen mit Lotti Bruchfeld, die ihre Freundin wurde, in die Budge-Stiftung eingezogen. Michael Dietrich, vom Sozialen Dienst des Betreuten Wohnens, erinnerte sich noch sehr gut an jenen Tag. In seiner Geburtstagslaudatio beschrieb er das Leben mit Anni Bober in der Stiftung. Die Rede finden Sie am Ende.

Links, Franz D. Koblinski (Klavierr und Vibraphon), Herr Schimon mit Akkordeon und Dany Bober am Mikrofon.

Die Gäste und Bewohner erfreuten sich sichtlich an Erdbeerkuchen und Kaffee.
Das Geburtstagskind, bescheiden wie wir sie alle kennen, wünschte sich anstelle von Geschenken eine Spende für die Neve Hanna Kinderhilfe e. V. Deutschland.

Geburtstagskind Anni Bober mit Freundinnen aus der Budge-Stiftung.

Frau Bober:
Wie gratuliert man einer 95 - jährigen zu ihrem Geburtstag ?

Eigentlich müsste ich das ja nach dieser langen Zeit, in der ich in der Budge-Stiftung bin, wissen, zumal schon einige Bewohner ihren 95., manche sogar ihren 100. Geburtstag in unserem Hause gefeiert haben.

Und doch bleibt ein Stück Unsicherheit, angesichts dieser langen Lebenszeit, eine Ehrfurcht vor 95 Jahre Menschenleben und dem Wissen darüber, dass man, bzw. ich diesem Leben, ihrem Leben Frau Bober, nicht gerecht werden kann. Und trotzdem  möchte ich heute versuchen meine Wertschätzung unserem Geburtstagskind gegenüber, Ihnen Frau Bober, zum Ausdruck zu bringen.

Ich kann mich noch gut an unsere erste Begegnung erinnern … Es muss im Jahr 1996 gewesen sein. Ich ging in das Büro unserer damaligen Chefsekretärin, Frau Bowen und da saßen Sie mit Frau Bruchfeld. Frau Bowen stellte mir sie beide als neue kommende Bewohnerinnen vor und sofort begann eine sehr lebhafte, offene und interessante Unterhaltung. Am Ende unserer ersten Begegnung dachte ich: “ Schön , so zwei taffe Damen werden  unserem Hause gut tun.“

Schließlich zogen Sie am 1. Februar 1997 bei uns ein. Seit 14 Jahren  leben sie jetzt bei uns in der Budge-Stiftung und von Anfang an waren sie an dem Gemeinschaftsleben sehr interessiert. Eingewöhnungs-schwierigkeiten gab es bei Ihnen nicht, sie waren sofort präsent. Der Abschied vom eigenen Auto, als Symbol der eigenen Mobilität, jederzeit, wann man wollte, einfach losfahren, auf und davon, war eine schmerzlich akzeptierte Entscheidung.

Rasch integrierten Sie sich in die Gemeinschaft des Hauses. Ihr Interesse, Ihre Offenheit in den Begegnungen mit den Mitbewohnern und ihre Fähigkeit, Dinge direkt anzusprechen, auch solche die unangenehm sind, führten dazu, dass die Bewohner des Hauses sie im Jahr 2000 zur Interessenvertretung in den Bewohnerbeirat wählten. Bis zum heutigen Tag sind Sie im Bewohnerbeirat und versuchen sich auf den verschiedenen Ebenen für die Interessen Ihrer Mitbewohner und der Hausgemeinschaft einzusetzen. Sie versuchen mit anderen Mitgliedern des Beirates, Bewohner zu animieren, sich für diese besondere Hausgemeinschaft zu interessieren und am Zusammenleben teilzunehmen. Eine sicherlich nicht immer einfache Aufgabe ....

Als ich einige Mitarbeiter spontan fragte, was Sie mit Ihnen verbinden, erhielt ich als Antwort: Ehrlich, direkt, auch wenn es weh tut, Tischgemeinschaft in der Cafeteria, Bewohnerbeirat, Urgestein ...

Für mich stehen Sie, Frau Bober, in der Tradition jüdischer Bewohner und Bewohnerinnen der Budge-Stiftung, wie Frau Dreyden, Frau Falk, Herr Schaumberger, Herr Fröhlich, Herr Netivi, Frau Fraenkel,  Herr Rosenthal, Frau Goldblüth und viele andere Persönlichkeiten mehr, die ich hier nicht nenne ... . Sie stehen in der Tradition von Juden und Jüdinnen, die hier in diesem Haus uns Christen noch einmal die Hand reichen. Sie sind es, die mit anderen jüdischen Bewohnern dieses Zusammenleben von Juden und Christen in der Budge-Stiftung erst ermöglichen. Wir, die christlichen Bewohner und Mitarbeiter des Hauses sollten uns über diese Chance immer wieder bewusst werden und auch über unsere Verantwortung für diese ganz besondere Hausgemeinschaft, für das Zusammenleben von Juden und Christen.

Sicherlich kann man nicht immer und allgegenwärtig mit diesem Bewusstsein leben und sicherlich kann man als Jüdin nicht immer die Hand ausstrecken, zumal es auch immer wieder Situationen gibt, in denen man die ausgestreckte Hand wieder zurückziehen möchte, auch hier in diesem Hause.

Was ich so sehr an Ihnen schätze ist, dass Sie nicht nur die Hand reichen, sondern auch in Situationen, in denen es uns an Sensibilität und Empathie fehlt, das Wort ergreifen, dies zu benennen und richtig zu stellen. Dazu gehört Mut und Zivilcourage, beides haben Sie und das ist auch gut so. Sie sind uns damit eine „Kritische Begleiterin“ und ich denke nicht nur mir und Herr Steiman, sondern sicherlich auch unserer Geschäftsleitung, Herr Rauber, eine wichtige Ratgeberin.

Sie haben, wie auch ich im Laufe der Jahre die Veränderrungen im Hause mitbekommen und wir beide wissen, das die Zeiten von früher nicht mehr kommen werden ... ein ganz persönlicher Ausdruck davon ist, dass sie früher sagen konnten hier in der Budge-Stiftung bin ich Zuhause ... sich Zuhause zu fühlen heißt, mit Menschen verbunden zusein, die einem wichtig sind und diesbezüglich haben wir uns als Haus und auch Sie Frau Bober in den letzten Jahren von vielen wichtigen Menschen, Bewohnern verabschieden müssen, ich würde sagen von zu vielen ...

Immer wieder Abschied zu nehmen macht müde Frau Bober, wichtige Gesprächspartner zu verlieren macht uns ein Stück einsamer.

Im jüdischen heißt es oft bis 120 ... Ich bin nicht sicher, ob ich Ihnen diese wünsche. Was ich Ihnen wünsche ist, dass sie die Kraft behalten, weiterhin auf Menschen zuzugehen, dass sie den Weg weitergehen, neue Bewohner kennenzulernen und vielleicht auch in dem einen oder anderen wieder  einen für sie wichtigen Gesprächspartner kennenlernen.

Ich wünsche Ihnen die Kraft, dass Sie sich weiterhin für diese ganz besondere Hausgemeinschaft einsetzen können, denn diese Hausgemeinschaft ...  wir brauchen Sie !

Ich wünsche mir, dass wir noch viele Ausflüge gemeinsam erleben werden und viele Feste in diesem Haus zusammen feiern können.

Und ich wünsche Ihnen und uns, dass wenn Sie die Kraft einmal verlässt, dass dann die für Sie wichtigen Menschen in ihrer Nähe sind und wir als Mitarbeiter Ihnen eine Stütze sein können.

Zum Schluss möchte ich mich bei Ihnen in unser aller Namen bedanken, dass Sie uns zu dem heutigen Nachmittag eingeladen haben, ihren Geburtstag zu feiern. Auch damit schaffen Sie wieder die Möglichkeit der Begegnung zwischen den Bewohnern. Fühlen Sie sich von uns umarmt, wir sind froh, dass Sie bei uns sind und wir ihren Geburtstag in dieser Gemeinschaft mit Ihrer Familie zusammen feiern dürfen.

HERZLICHEN DANK FRAU BOBER 
UND ALLES ERDENKLICH GUTE !

Eintracht-Museum

Am 1. Juni besuchte eine Gruppe von Bewohnern des Hauses BUDGE-Stiftung das Eintracht-Museum und die Commerzbank-Arena. Mit großer Vorfreude stimmten wir uns schon auf der Busfahrt nach Niederrad auf das Erlebnis ein. Herr Thoma, Leiter des Museums begrüßte uns im Vorraum des Museums und zeigte und erklärte uns in lockerer Weise die ersten Ausstellungsstücke des Museums.

Gruppenbild in der Commerzbank-Arena. Ein weiteres Highlight: der Blick von der VIP-Terrasse in die Commerzbank-Arena. Auch hier konnte Matthias Thoma, mit großem detaillierten Fachwissen und vielen Schmankerln das Stadion lebendig werden lassen.

Es gab mehr als 500 Exponate auf 420 Qm zu bestaunen. Zu den wertvollsten Exponaten gehört sicher die Gründungsurkunde des Eintracht-Vorgängers Victoria, Gründungsdatum 8. März 1899. Im Jahr 1899 wurde noch ein zweiter Verein gegründet, die Frankfurter Kickers. Beide Clubs spielten auf der Hundswiese, erst 1911 schloss man sich zum Frankfurter Fußballverein zusammen. Und 1920 dann die Fusion mit der Turngemeinde von 1861 zur „Turn- und Sportgemeinde Eintracht“. Die Fans fanden den Namen damals übrigens nicht toll, man sprach davon, dass der Vereinsname „Eintracht“ ja sehr beliebig sei.

Wasserwalze im Eintracht-Museum, links im Bild, Herr Thoma, Leiter des Museums.

1932 stand die Eintracht erstmals im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Das Spiel wurde mit 0:2 gegen Bayern verloren. 1959 hat das ganze besser geklappt, am 28. Juni, 5:3 gegen Kickers Offenbach im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gewonnen und erstmals Deutscher Meister. In der darauffolgenden Saison war die Eintracht die erste Deutsche Mannschaft, die ein Europapokalfinale erreichte. Leider 3:7 verloren gegen Real Madrid.

 Nach dem Rundgang wurden die vielen neuen Eindrucke bei Kaffee und Kuchen „verarbeitet“.

1974, 1975, 1981 und 1988 wurde der DFB-Pokal gewonnen, 1980 auch noch den Uefa-Cup. Der größte Pokal der Vereinsgeschichte in der Schatzkammer, das gute Stück ist 1,50 m groß und wiegt fast 25 kg. Gewonnen wurde er 1972 in La Coruna, Spanien. Mittlerweile ist er unser Exportschlager, er zeigt zahlreiche christliche Symbole was damit zusammen hängt, dass La Coruna der Anlaufhafen für die Pilger nach Compostella war, das erste was sie sahen war der Leuchtturm. Der ist auch zentrales Element des Pokals. Der Pokal stand schon im Ikonenmuseum Frankfurt und im Dommuseum Wien, jeweils zu Ausstellungen zum Thema „Fußball und Religion“.

Zum Abschluss besuchten wir noch die Kapelle im Eingangsbereich – hier finden auch Hochzeiten und Taufen statt.

Viele, viele Erinnerungen wurden geweckt und überaus interessante Einblicke in die Fußball- und Sportwelt der alten und neuen Zeit gewonnen. Das Fazit: Wir kommen wieder!

Bericht und Fotos: Helga Altvater

Ehemalige Frankfurter

Die ehemaligen Frankfurter, jüdische sowie politisch oder religiös verfolgte  ehemalige Frankfurter Bürger, sind jedes Jahr Gäste  der Stadt Frankfurt. Wie in jedem Jahr,  besuchen sie auch die Budge-Stiftung. Am Mittwoch, dem 9. Mai, waren unsere Gäste, die aus Israel, Brasilien, USA, Dänemark und Argentinien kamen, voller Neugier auf die Stiftung, die mit ihrem Stiftungszweck, Jüdische und christliche Bewohner in einem Hause zu beherbergen, einmalig in Europa ist.

Am Frankfurter Hof wurden die 49 Gäste bereits von unserem Rabbiner, Andrew Steiman, mit dem Bus abgeholt.
In unserem Festsaal, dem Paul-Arnsberg-Saal, wurden sie von Herrn Thorsten Krick, Leiter des Betreuten Wohnens, mit einer kurzen Ansprache begrüßt. Heinz Rauber, der Geschäftsführer ließ herzliche Grüße übermitteln, da er wegen Erkrankung nicht anwesend sein konnte. 

Nach der Begrüßung durch Herrn Krick und Herrn Steiman, der ins Englische und Hebräische übersetzte, gab es Gelegenheit in kleinen Gruppen und mit fachkundiger Begleitung das Haus zu erkunden. So hatten sich viele unserer Bewohner bereit erklärt den Besuchern ihre Wohnungen zu öffnen und Fragen zu dem Leben hier in der Stiftung zu beantworten.
Neben dem Pflegeheim mit seinen vielfältigen Angeboten, konnten Synagoge, Kapelle, Bibliothek, Seniorennet, Frisör und vieles mehr besichtigt werden.
 
Den gelungenen Abschluss bildete ein koscheres Abendessen mit den Gästen, Bewohnern und Mitarbeitern des Hauses, bei dem es neben frischem Spargel, neuen Kartoffeln an einer vegetarischen Hollandaise und zum Dessert frische Erdbeeren gab.
 
Wir freuen uns schon jetzt auf die Besucher des kommenden Jahres und hoffe noch viele Menschen aus der diesjährigen Gruppe wiedersehen zu können.

Frühling

Gedichte -Geschichten - Musik

Frau Luise Stegenwalner ließ am 28. Mai den Frühling erblühen.  Sie trug Gedichte bzw. Geschichten zum Thema vor von Kästner, Altenberg und Walser. Begleitet durch die wunderschönen Stimmen von Margret Price und Fritz Wunderlich. Ausgesucht wurden Stücke von Schubert und Beethoven sowie Mendelsohn-Bartholdy .

Frau Luise Stegenwalner

Die Besucher nahmen regen Anteil an dem Vorgetragenen und es entstanden intensive Gespräche und Nachfragen zu Künstlern bei deren Beantwortung Frau Stegenwalner aus Ihrem reichen beruflichen Wissensschatz berichten konnte.

Text und Fotos: Helga Altvater

 

Ausflug zum KTZV

Am Donnerstag, dem 3. Juni, waren die Bewohner des Pflegeheimes erneut Gäste des Kleintierzuchtvereins Sachsenhausen. Auf dem Vereinsgelände in Oberrad wurde Kaffee getrunken und Kuchen gegessen.  Die musikalische Unterhaltung gestaltete Harry Jahns mit seinem  Akkordeon.

Seit mehr als zwanzig Jahren hält uns dieser Verein die Treue und lädt die Bewohner des Pflegeheimes jedes Jahr einmal an Fronleichnam ein. Bei einem Rundgang schauen sich die Bewohner die liebevoll gehegten und gepflegten Kleintiere an.

Die Gäste der Budge-Stiftung bedankten sich bei Frau Maria Geisler mit einem Blumenstrauß und Tischsets, die eine Bewohnerin der Stiftung gestaltet hat.

 

20 jähriges Jubiläum

Frau Duja Erakovic kürzlich glückliche gewordene Oma, feierte am 1.Mai 2010 ihr 20 jähriges Jubiläum in unserem Hause. Sie kam mit 19 Jahren nach West-Berlin und es zog sie jedoch sehr bald darauf nach Frankfurt. Am 01. Mai 1990 hat sie als Badehelferin und Reinigungskraft Ihren ersten Arbeitstag in der Budge-Stiftung verbracht und erfreut durch Ihr herzhaftes Lächeln und Ihr humorvolles Wesen seit diesem Tag Bewohner und Kollegen.

Wir wünschen der Jubilarin alles erdenklich Gute und weitere gesunde Jahre in unserem Haus.

rechts im Bild, Frau Duja Erakovic mit Frau Leone vom Hauswirtschaftlichen Dienst 

 

Neues aus dem Nachtcafé

Nachtcafé
Am Montag, dem 31. Mai, war es erneut soweit: Marco Gebert, Heilerziehungspfleger in der Budge-Stiftung, lud zum gemütlichen Beisammensein ein. Neu an dieser Einladung ist, einmal im Monat treffen sich die Bewohner des Pflegeheimes und die des Betreuten Wohnens zum gemeinsamen Singen ins Nachtcafé.

rechts im Bild, Herr Harry Jahns, neben ihm, Herr Wendel

Herr Harry Jahns, der täglich auf den Wohnbereichen Akkordeon spielt wurde von dem Bewohner des Pflegeheimes, Herr Wendel, auf dem Tamburin begleitet. Die Stimmung war prächtig und das Nachtcafé voll besetzt. Von Cliff Richard, mit „rote Lippen soll man küssen“ über  Freddy Quinn`s  „La Paloma“ bis zu den songs von Elvis Presley sangen die Besucher eifrig mit.

Herr Jahns hatte Liedermappen zum Mitsingen für die Bewohner mitgebracht.

Das Nachtcafé wird gut angenommen, auch an Montagen an denen es kein Programm gibt. Die Bewohner freuen sich immer über kleine, liebevoll  belegte Brote, Chips, Nüsse und Salzstangen. Wer möchte, trinkt dazu einen Cocktail. Gäste sind jederzeit willkommen im Nachtcafé, immer montags von 19.00 – 21.00 Uhr.

Diese Damenrunde fand keinen Platz mehr im Nachtcafé, in der Halle konnten sie die Musik jedoch mitverfolgen. Der junge Mann ist Marco Gebert.

 

Wir trauern um Rosl Arnsberg, *2. Juni 1908, sel. A. 1. Juni 2010

Wir trauern um Rosl Arnsberg, *2. Juni 1908, sel. A. 1. Juni 2010

Foto: FAZ

Sie wurde mit einem langen Leben gesegnet.
Wir wurden mit Ihrem Wirken gesegnet.

Frau Rosl Arnsberg hat Jahrzehnte lang maßgeblich die Geschicke unserer Stiftung geprägt. Sie hat das Wagnis des Zusammenlebens von jüdischen und nichtjüdischen Deutschen der Shoah-Generation unter dem Dach der Budge-Stiftung getragen und gefördert.

Wir hoffen,  wir konnten ihr in den letzen Lebenstagen durch unsere Begleitung, Betreuung und Pflege einen kleinen Teil von ihrem so großartigen Engagement  zurückgeben. Dafür sind wir dankbar.

In Dankbarkeit und Trauer nehmen wir Abschied.


Frau Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, Vorstandsvorsitzende
Herr Prof. Dr. Micha Brumlik, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
für den Stiftungsvorstand

Heinz Rauber, Stiftungsdirektor

Andrew Steiman, Rabbiner


 

 

 



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BUDGE-STIFTUNG • Wilhelmshöher Str. 279 • D-60389 Frankfurt am Main
Tel: 0049-69-47 87 10 • Fax: 0049-69-47 71 64 • E-Mail: info [at] budge-stiftung.de