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Gedenken

Am 27.1.2010 jährt sich zum 65. Mal der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Truppen der Roten Armee.
Bis zu jenem Tag im Januar 1945 waren 1,1 Millionen Juden allein in Auschwitz ermordet worden. Sigmund Freund, ein Überlebender, wies in seiner Rede daraufhin, dass der Tag der Befreiung unterschiedliche Empfindungen bei ihm ausgelöst habe. Wissend das die Befreiung von Qualen, Repressionen und Todesängsten stattgefunden hat blieb zunächst die Frage: Wofür man befreit worden sei? Schließlich war nichts mehr wie es vor der Shoa war. Alle Selbstverständlichkeiten für das Leben der Juden in Deutschland waren nicht einmal mehr in Ansätzen vorhanden.
Jeder Überlebende habe die Frage nach dem "Wofür befreit?", für sich beantworten müssen.

Gemeinsam mit der Pfarrerin Gisa Reuschenberg und dem Diakon Franz Reuter sprach Rabbiner Steiman die Gebete. Der Kaddisch blieb unserem Maschgiach (Aufseher, der die Einhaltung der Regeln der koscheren Küche kontrolliert), Herrn Moskovic, vorbehalten.

Der Pianist Andreas Reichel, der eine Kerze für die ermordeten und entrechteten Künstler im Dritten Reich entzündete, überzeugte mit seiner einfühlsamen Darbietung.

Rechts im Bild, Heinz Rauber, der Stiftungsdirektor, während seiner Begrüßungsansprache.
Die Gedichtvorträge von Frau Petra Scheschonka regten zum Nachdenken an. Die Texte von Nelly Sachs und Gottfried Benn, die Sie auf unserer Internetseite finden, warfen Schlaglichter auf die Ereignisse der Shoa.
Bewegend war erneut das Entzünden der Gedenkkerzen für die Opfer. Rabbiner Andrew Steiman band viele der anwesenden Gäste - viele junge Menschen waren gekommen - in dieses Ritual ein, so dass sichergestellt ist, dass die jungen Teilnehmer diese Gedenkstunde ihr Leben lang im Herzen bewahren werden.

Nelly Sachs (1891-1970)

Völker der Erde

Völker der Erde
ihr, die ihr euch mit der Kraft der unbekannten
Gestirne umwickelt wie Garnrollen,
die ihr näht und wieder auftrennt das Genähte,
die ihr in die Sprachverwirrung steigt
wie in Bienenkörbe,
um im Süßen zu stechen
und gestochen zu werden-

Völker der Erde,
zerstört nicht das Weltall der Worte,
zerschneidet nicht mit den Messern des Hasses
den Laut, der mit dem Atem zugleich geboren wurde.

Völker der Erde,
O dass nicht Einer Tod meine, wenn er Leben sagt-
Und nicht einer Blut, wenn er Wiege spricht-

Völker der Erde,
lasset die Worte an ihrer Quelle,
denn sie sind es, die die Horizonte
in die wahren Himmel rücken können
und mit ihrer abgewandten Seite
wie eine Maske dahinter die Nacht gähnt
die Sterne gebären helfen-

Gottfried Benn

Nur zwei Dinge

Durch soviel Form geschritten,
durch ich und wir und du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewusst,
es gibt nur eines: ertrage
-ob Sinn, ob Sucht, ob Sage-
Dein fernbestimmtes: Du musst.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Ding: die Leere
und das gezeichnete Ich.

Hygiene im Besucherbereich

Hygiene im Besucherbereich der Stiftung verbessert
 
In den letzten Wochen haben sich viele Besucher unseres Hauses über die modernen Wasserhähne im Bereich der öffentlichen WCs gewundert.
Diese neuen Wasserhähne funktionieren "berührungslos". Ein Sensor erfasst, dass Hände zum Waschen unter den Wasserhahn gehalten werden. Erst in diesem Moment beginnt das Wasser zu laufen. Während man sich die Hände einseift bzw. desinfiziert fließt kein Wasser.

Herr Andreas Pfitzner von der Technischen Abteilung der Stiftung demonstriert wie der neue Wasserhahn funktioniert.

Diese "berührungslosen" Wasserhähne haben zwei wesentliche Vorteile gegenüber den alten Amaturen:
a. Niemand muss den Wasserhahn anfassen, dadurch können keine Krankheitskeime übertragen werden.
b. Das System spart Wasser und senkt somit die Kosten für Frischwasser und Abwasser.
Wir werden alle Toiletten in den öffentlichen Bereichen des Hauses Schritt für Schritt mit den "berührungslosen" Wasserhähnen ausstatten.
 

 

100. Geburtstag

Frau Henriette Hettler konnte heute in ihrer eigenen Wohnung im Haus der Stiftung ihren 100. Geburtstag feiern. Frau Hettler ist ein echtes „Sachsenhäuser Mädchen“. Die Tochter ihrer Cousine, die einzig verbliebene Verwandte von Frau Hettler begrüßte die Besucher mit einem Gläschen Sekt.

Der Geschäftsführer der Stiftung, Heinz Rauber,rechts im Bild, überreichte einen Strauß mit 100 rosa Rosen.
Frau Gerda Wiesner, die Stadtbezirksvorsteherin, brachte Grüße der Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt, Frau Petra Roth, eine Kiste Wein vom Lohrberg, sowie Glückwünsche und eine Urkunde vom Ministerpräsidenten von Hessen, Roland Koch.

 

Karneval-Impressionen

 

Am Montag, dem 25. Januar, zog der Karnevalsverein Bergen Enkheim um 18.01 Uhr in den bunt geschmückten Paul-Arnsberg-Saal ein, wie jedes Jahr zu Fasching. Die Tische waren bunt gedeckt mit Kreppel, die später durch Würstchen mit Kartoffelsalat abgelöst wurden.

Das Frankfurter Prinzenpaar und das Kinderprinzenpaar wünschten den Bewohnern und Mitarbeitern eine närrische Jahreszeit mit „Helau“ und „Mäck-Mäck“ wie die Seckbacher „Helau“ übersetzen!
Dieser kleine Marienkäfer kam zur Faschingsveranstaltung vorbeigeflogen.
Am 25. Januar gab es auch zwei Geburtstagskinder, die Kellermeisterin des Karnevalsvereins und die Bewohnerin Frau Schulte, die 81. Geburtstag feiern konnte und einen Blumengruß überreicht bekam.

Der Damen Elferrat feierte sein 30jähriges Jubiläum und verlieh zwei Orden. Der erste Orden wurde Frau Hedwig Old verliehen, die 100jährig eifrig mitfeierte. Den zweiten Orden erhielt Herr Niebling, er ist der einzige Bewohner, der schon seit November 1994 in der Stiftung lebt.


 

Preisrätsel-Gewinner

Preisausschreiben Gewinner zu Gast in der Budge-Stiftung
 
Am Tag der offenen Tür im Jahr 2009 hatten wir in unserem Hause ein Preisausschreiben veranstaltet.
Die fünf Gewinner waren nun eingeladen im Beisein von Herrn Rabbiner Andrew Steiman eine Führung durch das Jüdische Museum zu genießen.
Nach einer zweistündigen Führung im Museum waren die Gewinner und Ihre Partner zu einem Galadiner in der Budge-Stiftung eingeladen. Dieses Galadiner war ein koscheres Menü. Herr Rabbiner Steiman erklärte während des gemeinsamen Essen die mit der Zubereitung der koscheren Mahlzeit verbundenen Rituale.

Gruppenbild der Gewinner im Jüdischen Museum, von links, Angelika Muhs, Sabine Polednik, deren Mutter im Betreuten Wohnen lebt, mit Ernst Czputa, Rita Großmann, Karl Sachs, dessen Lebensgefährtin im Pflegeheim ist, Rainer Muhs, dessen Mutter auf dem Wohnbereich 6 lebt, Gisela Glathe, eine Freundin des Hauses und Birgit Leß, Besucherin am Tag der offenen Tür.
Rechts im Bild, Andrew Steiman, der Rabbiner der Budge-Stiftung bei seiner Führung durch das Museum.
Zurück in der Stiftung, Rabbiner Steiman zeigt den Gewinnern die Thora-Rolle in der Synagoge.

Zum Abschluß gab es ein festliches koscheres Galadiner in der Kapelle mit Lachstatar auf hausgemachten Reibekuchen mit Meerrettichcreme auf Sojabasis, doppelte Kraftbrühe mit Matze-Klößchen, als Hauptgericht gebratene Entenbrust auf Orangensoße mit Rotkohl und Mandelbällchen und zum Dessert hausgemachte Eis-Variationen, parve (mit Soja hergestellt) mit exotischen Früchten, koschere Weiß- und Rotweine und Kaffee/ Tee.

Konzert am Abend

Der Frankfurter Tonkünstlerbund ist regelmäßig Gast in der Budge-Stiftung. Das erste von vier Konzerten 2010 fand am 20. Januar statt unter dem Titel: Eine kleine Winterreiser mit Violine, Klavier und auf Flügeln des Gesangs. Die Schülerkonzerte sind bei den Bewohnern der Stiftung sehr beliebt und werden immer mit viel Applaus bedacht.

Emilia Meyer, die jüngste Künstlerin an diesem Abend, acht Jahre alt, spielte auf ihrer Violine die Romanze "Das Zigeunerkind" begleitet von Renata Teban am Klavier.
Sonata da camera e-moll Op. 2, Nr. 4 hörten wir von den Schwestern Elisabeth (9) und Sophie Winter (12), beide an der Violine mit Dominic von Bülow (11) am Klavier.
Aus "Der Winterreise": Der Lindenbaum und Gute Nacht, mit Kei Higashiura (29) Bariton, am Klavier Margaretha Bessel.

 

Juden im deutschen Fußball

Juden im deutschen Fußball am Beispiel des deutschen Nationalspielers Julius Hirsch

Andreas Hirsch, Enkel  von Julius Hirsch und Eberhard Schulz, Diakon der Ev. Versöhnungskirche, KZ-Gedenkstätte Dachau reisten aus Karlsruhe bzw. München an, um in der BUDGE-Stiftung in Frankfurt am Main, über das Leben des jüdischen Nationalspielers Julius Hirsch zu sprechen.  Die Henry und Emma Budge-Stiftung ist ein Haus für ältere Menschen jüdischen und christlichen Glaubens. Es ist der Wunsch der Stifter gewesen, dass Juden und Christen in gegenseitigem Respekt, Würde und Toleranz miteinander umgehen. Das Haus versteht dies als Angebot, auch im fortgeschrittenen Alter, frei von Erwartungen, Kontakte und Freundschaften geknüpft werden können. In der Budge-Stiftung wisse man darum, dass gerade der Sport auf schreckliche Weise für die Ziele der Nationalsozialisten instrumentalisiert worden ist. So habe eine verstorbene, ehemalige jüdische Bewohnerin des Hauses, die zum Olympiakader 1936 gehörte trotz sportlichen Erfolges vor dem Rassenwahn der Nazis fliehen müssen.

Nach der Begrüßung durch Heinz Rauber, Geschäftsführer der BUDGE-Stiftung, führte Eberhard Schulz in die Thematik ein und begann mit einem kurzen Film über die Fußballkarriere von Julius Hirsch.

Die Zuhörer  erfuhren, dass  Julius Hirsch 1892 als Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren wurde und zur damaligen Zeit Fußballspielen als nicht sehr  „vornehm“ galt. Doch Fußball wurde Hirschs Leidenschaft für das ganze Leben. Er spielte mit großem Erfolg beim Karlsruher FV und wurde sowohl mit diesem Verein wie auch später bei  der Spvgg. Fürth (als Spielführer) Deutscher Meister. Mit 19 Jahre wurde er in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Der 1. Weltkrieg war ein einschneidendes Erlebnis für die ganze Familie. Nach der Rückkehr aus dem Krieg arbeitete er in der Firma des Vaters. Die besten Fußballerjahre waren im genommen worden. Als schlimmste und für ihn nie zu verstehende Wendung war 1933 die Ausgrenzung  im täglichen Leben, Menschen wechselten die Straßenseite um einem Gespräch auszuweichen.  Nur eine handvoll Freunde gaben noch die ein oder andere Unterstützung. Der Verein (und auch andere Vereine und Verbände) schlossen jüdische Mitglieder aus. Er, der überaus erfolgreiche Fußballer und anerkanntes Mitglied der Gesellschaft,  wurde gedemütigt, entrechtet und kam 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Er kehrte nicht mehr zurück.
Die Moderatoren nahmen Bewohner der Stiftung und Gäste mit in ihrem Vortrag. Erinnerungen wurden geweckt.

Eberhard Schulz und Andreas Hirsch stellten die Bedeutung der intensiven Aufarbeitung dieser Zeit in jedem Bereich heraus. Der Deutsche Fußballbund hat sich dem gestellt. 2005 wurde der Julius Hirsch Preis zum ersten Mal verliehen. Der Preis soll an die Opfer erinnern. Er will auch ein Zeichen setzen für die Unverletzbarkeit der Würde des Menschen, in den Stadien und in der Gesellschaft.
Es gilt immer und immer wieder zu erzählen, auch am Beispiel des Lebensweges von Julius Hirsch, was passiert ist und nie wieder geschehen darf.

Bericht + Fotos: Helga Altvater

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Sternsinger

Am Donnerstag, dem 7. Januar, besuchten die Sternsinger die Budge-Stiftung.

Der Erlös des diesjährigen Projektes geht in den Senegal unter dem Motto: "Kinder gehen neue Wege.

Die Sternsinger, im Alter von vier bis sechzehn Jahren, kamen aus den katholischen Gemeinden Heilig Geist und Hildegard von Fechenheim und Riederwald.
Einzug auf dem Wohnbereich des Pflegeheimes.

 

Ortsbeiratsitzung

Der Ortsbeirat 11 ( Fechenheim, Riederwald, Seckbach) tagt um 19.30 Uhr im Festsaal der Budge-Stiftung am Montag, dem 11. Januar. Vertreter des Amts für Straßen- und Verkehrswesen werden in der Sitzung über die Verkehrsumleitungen während des Baus des Riederwaldtunnels informieren.

Gäste sind herzlich willkommen.

Umbenennung

Bewohnerinnen und Bewohner danken dem Ortsbeirat 11
 
Seit Jahren haben unsere Bewohner immer wieder den Wunsch geäußert, dass die Bushaltestelle der Linie 43 direkt vor dem Haupteingang der Budge-Stiftung umbenannt werden solle.
Eingaben bei der zuständigen Verkehrsgesellschaft fanden kein Gehör und keine Beachtung.
Nun hat der Ortsbeirat 11 der Angelegenheit angenommen und einstimmig für die Umbenennung der Haltestelle in "Budge-Stiftung" plädiert.
Die Umbenennung wäre aus Anlass des diesjährigen 90jährigen Gründungsjubiläums der Stiftung ein sehr erfreulicher Vorgang.
In unsrem Hause hoffen wir, dass der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main den Wunsch des Ortsbeirates 11 unterstützt und sich für die Umbenennung ausspricht.

 

 

 



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Dokumentation "Wo wohnen alte Leute"


 

BUDGE-STIFTUNG • Wilhelmshöher Str. 279 • D-60389 Frankfurt am Main
Tel: 0049-69-47 87 10 • Fax: 0049-69-47 71 64 • E-Mail: info [at] budge-stiftung.de